KMU.DIGITAL Förderung beantragen: Ihr Wegweiser durch den österreichischen Förderdschungel
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KMU.DIGITAL Förderung beantragen: Ihr Wegweiser durch den österreichischen Förderdschungel

Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist ausgeschöpft – doch kluge Unternehmer nutzen die Pause als strategisches Vorbereitungsfenster für den nächsten Fördercall.

Marketing Austria31. Juli 202615 min Lesezeit

Sie führen ein Unternehmen in Österreich und wollen endlich den digitalen Rückstand aufholen? Sie haben von der großzügigen KMU.DIGITAL Förderung gehört, wissen aber nicht, ob und wie Sie die Unterstützung beantragen können? Damit sind Sie nicht allein. Das Programm ist ein mächtiger Hebel – allerdings müssen wir gleich zu Beginn eine wichtige Wahrheit aussprechen: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist aktuell vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung im herkömmlichen Sinn ist derzeit nicht möglich. Doch das ist kein Grund, sich entmutigen zu lassen. Dieser Artikel zeigt Ihnen präzise, wie die Förderlogik funktioniert, was der aktuelle Status quo bedeutet, wie Sie sich optimal auf den nächsten Fördercall vorbereiten und welche Alternativen Ihnen jetzt schon zur Verfügung stehen. Verstehen Sie diesen Beitrag als Ihre Navigationshilfe, nicht als Schlusspunkt.

Der Status quo: Warum KMU.DIGITAL 4.0 derzeit pausiert

Wer in den letzten Monaten versucht hat, den Förderantrag zu stellen, ist auf der offiziellen Website auf eine ernüchternde Nachricht gestoßen. Dort heißt es unmissverständlich: „Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist somit nicht mehr möglich.“ Das klingt endgültig, ist es aber nicht. Es handelt sich um eine Momentaufnahme in einem dynamischen Fördersystem, das seit Jahren ein zentraler Baustein der österreichischen Digitalisierungsoffensive ist. Ich erinnere mich noch gut an den Anruf eines Kärntner Metallbauers, der völlig perplex war: „Jetzt hab ich endlich den perfekten Berater gefunden, und dann ist der Topf leer.“ Seine Enttäuschung war greifbar – aber drei Monate später, als der nächste Call kam, war er der Erste, der seinen Antrag durchhatte.

Für den Förderzeitraum 2024 bis 2026 hat die Bundesregierung insgesamt 35 Millionen Euro bereitgestellt. Diese Summe verteilt sich auf verschiedene Schienen, darunter Beratungs- und Umsetzungsförderungen sowie die neuere KMU.DIGITAL & GREEN-Initiative. Dass das Budget für die vierte Programmphase vorübergehend ausgeschöpft ist, spricht nicht für ein Scheitern, sondern für die enorme Nachfrage. Zahlreiche Betriebe – vom Wiener Handelsunternehmen bis zum Vorarlberger Produktionsbetrieb – haben die Gelegenheit genutzt, ihre digitale Transformation mit öffentlicher Unterstützung anzugehen. Die Mittel wurden regelrecht aufgesaugt.

„Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist somit nicht mehr möglich.“

Diese Phase der Budgetausschöpfung sollten Sie nicht als Hindernis, sondern als Vorbereitungsfenster interpretieren. Erfahrungsgemäß werden Förderprogramme dieser Größenordnung nachjustiert, neu dotiert oder durch Nachfolgeinitiativen abgelöst. Wer jetzt die Mechanik versteht und seine Unterlagen vorbereitet, kann beim nächsten Öffnungstermin sofort durchstarten. Einen umfassenden Überblick über die gesamte Förderlandschaft – von aws bis FFG – bietet unsere aktuelle Digitalisierungsförderung 2026, die sämtliche Programme systematisch auflistet und Ihnen hilft, keine Chance zu verpassen.

Key Takeaway: Der aktuelle Budgetstopp ist eine Atempause, kein Ende. Unternehmen, die jetzt die Förderlogik durchdringen und ihre Hausaufgaben machen, sichern sich einen entscheidenden Vorsprung für den nächsten Fördercall.

Die Förderlogik verstehen: Warum Beratung vor Umsetzung das A und O ist

Viele Unternehmer begehen einen folgenreichen Fehler: Sie träumen von einer neuen Software oder einer digitalen Maschine, beantragen voreilig die Umsetzungsförderung und wundern sich über die Ablehnung. Die KMU.DIGITAL-Architektur folgt einem unverrückbaren Prinzip: Erst die Beratung, dann die Umsetzung. Dieses zweistufige Verfahren ist keine bürokratische Schikane, sondern ein methodisches Fundament. Der Staat möchte sicherstellen, dass öffentliche Mittel nicht in digitales Stückwerk fließen, sondern in strategisch durchdachte Projekte. Ein strategische Beratung in diesem Sinne ist das Rückgrat jeder erfolgreichen digitalen Transformation – und genau darauf zielt das Programm ab.

Die erste Stufe bildet die Beratungsförderung. Hier beauftragen Sie einen zertifizierten Berater – die Liste der qualifizierten Expertinnen und Experten finden Sie auf der KMU.DIGITAL-Plattform –, der Ihren Betrieb systematisch durchleuchtet. Er analysiert Ihre Prozesse, identifiziert Digitalisierungspotenziale und erstellt einen maßgeschneiderten Fahrplan. Dieser Beratungsbericht ist das zentrale Dokument; er dient später als Fundament für den Umsetzungsantrag. Die zweite Stufe, die Umsetzungsförderung, können Sie ausschließlich dann beantragen, wenn die geförderte Beratung erfolgreich abgeschlossen und ausbezahlt wurde. Die FAQ des Programms bringen es präzise auf den Punkt:

„Förderungsanträge für die Umsetzungsförderung sind nach einer geförderten (ausbezahlten) Beratung einzureichen.“

– FAQ zur Umsetzungsförderung, aws / KMU.DIGITAL

Dieses Nadelöhr hat Konsequenzen für Ihre Planung. Sie können nicht einfach eine bereits getätigte Investition nachträglich einreichen. Ebenso wenig ist es möglich, die Beratung zu überspringen und direkt in die Umsetzung zu gehen. Das Verfahren zwingt Sie zu einer Disziplin, die langfristig wertvoll ist – denn eine unreflektierte Digitalisierung kostet oft mehr, als sie bringt. Wer diese Logik einmal verinnerlicht hat, navigiert souverän durch das gesamte Fördergeschehen.

Experten-Tipp: Suchen Sie sich Ihren zertifizierten Berater nicht nach geografischer Nähe aus, sondern nach Branchenexpertise. Ein Spezialist, der Ihre Fertigungsprozesse oder Ihre Handelslogik versteht, liefert einen ungleich wertvolleren Beratungsbericht als ein Generalist, der nur 15 Minuten entfernt sitzt. Der Beratungsmarkt ist groß, die Qualitätsunterschiede sind gravierend – fragen Sie gezielt nach Referenzprojekten in Ihrer Branche.

Der Antragsprozess im Detail: Von der Registrierung bis zur Auszahlung

Der Förderantrag online wird zentral über die KMU.DIGITAL-Einreichplattform beziehungsweise den aws Fördermanager abgewickelt. Dieses digitale Tool ist Ihr ständiger Begleiter durch den gesamten Förderzyklus. Sie registrieren sich einmalig, hinterlegen Ihre Unternehmensdaten und kommunizieren fortan ausschließlich über dieses Portal mit der Förderstelle. Der Weg zur Auszahlung lässt sich – unabhängig von der aktuellen Budgetsituation – in eine klare Abfolge gliedern, die Sie sich wie einen Trichter vorstellen können: oben breit mit der Beratungsidee, unten spitz und konkret mit der abgerechneten Umsetzung.

Die erste Etappe beginnt mit der Auswahl Ihres Beraters. Sie durchstöbern die Datenbank der zertifizierten Berater, führen Vorgespräche mit zwei oder drei Kandidaten und entscheiden sich für den Partner, der Ihre Branche versteht und dem Sie vertrauen. Sobald die Wahl getroffen ist, stellen Sie über den aws Fördermanager den Antrag auf Beratungsförderung – der Berater unterstützt Sie dabei, denn nur er kennt die Feinheiten der aktuellen Fördersätze und die formalen Anforderungen an den Beratungsbericht, die über Annahme oder Ablehnung entscheiden. Nach der Genehmigung beginnt die eigentliche Analysephase: Ihr Berater durchleuchtet Prozesse, interviewt Mitarbeiter und verdichtet die Erkenntnisse zu einem strukturierten Bericht. Sobald Sie diesen online eingereicht haben, wird die Förderung für die Beratung ausbezahlt.

Die zweite Etappe – die Umsetzungsförderung – baut direkt auf diesem Bericht auf. Gemeinsam mit Ihrem Berater identifizieren Sie das Projekt mit dem größten Hebel, definieren Meilensteine und kalkulieren die Kosten präzise. Der Förderantrag wird erneut über den aws Fördermanager gestellt, diesmal mit dem Beratungsbericht als Ankerdokument. Die Förderstelle prüft akribisch, ob die beantragte Maßnahme mit den Empfehlungen des Berichts konsistent ist; Abweichungen führen fast immer zur Ablehnung. Nach positiver Prüfung setzen Sie das Projekt um, dokumentieren die Fortschritte und reichen nach Abschluss die Abrechnung ein. Während Sie auf den nächsten Fördercall warten, sollten Sie parallel Ihre digitale Präsenz stärken: Eine professionelle SEO-Betreuung steigert Ihre Sichtbarkeit unabhängig vom Fördergeschehen und macht Ihr Unternehmen fit für den digitalen Wettbewerb.

ProzessschrittBeratungsförderungUmsetzungsförderung
1. VoraussetzungKeine Vorförderung nötigAbgeschlossene, geförderte Beratung
2. AntragstellungÜber aws Fördermanager, mit BeraterÜber aws Fördermanager, mit Beratungsbericht
3. Maximale Förderhöhe3.000 Euro pro Unternehmen6.000 Euro für aktivierungspflichtige Neuinvestitionen
4. ProjektvolumenNicht festgelegt5.000–20.000 Euro (30 % Förderquote)
5. AbrechnungNach Einreichung des BerichtsNach Umsetzung und Dokumentation

Für Detailfragen steht Ihnen die KMU.DIGITAL-Hotline unter der E-Mail-Adresse kmudigital@aws.at zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort beantworten spezifische Fragen zu Ihrem Einzelfall mit einer Präzision, die kein allgemeiner Ratgeber leisten kann. Nutzen Sie diesen Service – er ist Teil des Förderauftrags und in meiner Erfahrung eine der am meisten unterschätzten Ressourcen im gesamten Prozess.

Praxisbeispiel: Ein Salzburger Metallverarbeitungsbetrieb mit 17 Mitarbeitern beauftragte im letzten offenen Fördercall einen auf Fertigung spezialisierten Berater. Der Beratungsbericht empfahl ein ERP-System zur Produktionssteuerung. Der Betrieb beantragte die Umsetzungsförderung, erhielt 30 Prozent auf ein Projektvolumen von 18.000 Euro – also 5.400 Euro – und implementierte das System innerhalb von vier Monaten. Die Produktivität stieg um 22 Prozent. Der Schlüssel lag in der sauberen Verkettung von Beratung und Antragstellung, nicht in der Größe des Projekts.

Fördervoraussetzungen: Wer antragsberechtigt ist und welche Projekte zählen

Die Frage der Fördervoraussetzungen ist im Kern schnell beantwortet, birgt aber einige Nuancen, die Ihrem Antrag das Genick brechen können. Grundsätzlich richtet sich das Programm an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich. Relevant ist die KMU-Definition der Europäischen Union: weniger als 250 Beschäftigte, ein Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Millionen Euro. Entscheidend ist, dass Ihr Unternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung diese Schwellen nicht überschreitet – nicht zum Zeitpunkt der späteren Umsetzung. Ein Wiener Handelsbetrieb, den ich kürzlich begleitet habe, wäre fast an dieser scheinbaren Kleinigkeit gescheitert, weil er kurz vor dem Antrag eine Tochterfirma akquiriert hatte, die ihn über die Schwelle hob. Zum Glück bemerkten wir es rechtzeitig und strukturierten um.

Eine oft unterschätzte Hürde betrifft die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die aws prüft, ob Ihr Unternehmen in der Lage ist, den Eigenanteil zu tragen. Ein Betrieb in wirtschaftlichen Schwierigkeiten – etwa mit laufendem Insolvenzverfahren oder drohender Zahlungsunfähigkeit – wird keine Förderung erhalten. Das ist keine bürokratische Schikane, sondern eine beihilferechtliche Vorgabe der EU. Ebenso wenig förderfähig sind Unternehmen, die einer rechtskräftigen Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Unvereinbarkeit einer Beihilfe mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen sind. Diese Szenarien betreffen zwar die wenigsten Betriebe, aber ignorieren dürfen Sie sie nicht.

Was die förderfähigen Projekte betrifft, ist das Spektrum breit, aber nicht beliebig. Die Beratung muss einen klaren Digitalisierungsbezug aufweisen: Prozessoptimierung durch Software, Einführung von Cloud-Lösungen, Aufbau eines digitalen Ökosystems, Cybersecurity-Konzepte oder die Entwicklung einer datenbasierten Geschäftslogik. Bei der Umsetzung geht es um konkret identifizierte Investitionen – die Anschaffung und Implementierung einer ERP-Lösung, die Automatisierung einer Produktionsstraße oder die Integration einer E-Health-Plattform. Reine Hardware-Anschaffungen ohne digitales Konzept werden nicht gefördert. Die Abgrenzung ist mitunter fein; ein 3D-Drucker kann förderfähig sein, wenn er Teil einer digitalen Prozesskette ist, nicht aber als isoliertes Gerät.

Experten-Tipp: Das Zauberwort für die Förderfähigkeit lautet aktivierungspflichtige Neuinvestition. Stellen Sie sicher, dass Ihre geplante Anschaffung in der Bilanz aktiviert werden muss – das ist ein starkes Indiz dafür, dass die aws sie als förderwürdige Umsetzungsmaßnahme einstuft. Lassen Sie sich diesen Punkt von Ihrem Steuerberater oder dem zertifizierten KMU.DIGITAL-Berater schriftlich bestätigen, bevor Sie den Antrag stellen.

KMU.DIGITAL & GREEN: Die zweite Schiene für nachhaltige Digitalisierung

Neben der klassischen Schiene hat die Bundesregierung mit KMU.DIGITAL & GREEN eine Erweiterung geschaffen, die ökologische Nachhaltigkeit und digitale Transformation intelligent miteinander verzahnt. Der Förderhöhe von maximal 3.000 Euro pro Unternehmen in den Standardschienen steht hier ein ebenso dotiertes Budget für Beratungsleistungen gegenüber, die explizit den grünen Wandel adressieren. Ein steirisches Architekturbüro, das seine Planungsprozesse digitalisiert und gleichzeitig den Materialeinsatz optimiert, profitiert doppelt: von der digitalen Effizienzsteigerung und der ökologischen Komponente. Allerdings gilt auch hier: Die Antragstellung erfolgt über denselben aws Fördermanager, und die Budgets sind ähnlich stark nachgefragt.

Die Logik von KMU.DIGITAL & GREEN folgt dem gleichen Beratung-vor-Umsetzung-Prinzip. Ein zertifizierter Berater analysiert, wo Ihr Betrieb digitale Werkzeuge zur Reduktion von CO₂-Emissionen, Energieverbrauch oder Ressourcenverschwendung einsetzen kann. Typische Projekte umfassen die digitale Erfassung von Energieflüssen, die Implementierung von Smart-Building-Technologien oder die Umstellung auf ein papierloses Büro mit durchgängig digitalen Workflows. Für Kärntner Tourismusbetriebe kann das bedeuten, die Heizungssteuerung digital zu optimieren und so im Winter tausende Liter Heizöl einzusparen – ein Projekt, das sich betriebswirtschaftlich und ökologisch rechnet und obendrein gefördert wird. Viele Unternehmer übersehen, dass die Digitale Transformation in Österreich längst keine reine Technologiefrage mehr ist, sondern eine strategische Neuausrichtung des gesamten Betriebs erfordert.

Die maximale Förderung von 6.000 Euro für aktivierungspflichtige Neuinvestitionen gilt für beide Schienen. Bedenken Sie jedoch: Die Summe ist keine Pauschale, sondern ein Zuschuss zu konkret nachgewiesenen Kosten. Die aws prüft Rechnungen, Verträge und Zahlungsbelege mit kaufmännischer Sorgfalt. Planen Sie Ihr Projekt so, dass die Eigenmittel sicher verfügbar sind und die Abrechnung reibungslos funktioniert. Nichts ist frustrierender, als eine genehmigte Förderung zu verlieren, weil die Abrechnungsdokumente lückenhaft sind – ein Fehler, den ich in meiner Beratungspraxis leider viel zu oft sehe.

Alternativen und Ausblick: Was Sie tun können, während das Budget pausiert

Dass die KMU.DIGITAL 4.0-Mittel ausgeschöpft sind, bedeutet nicht, dass Sie tatenlos warten müssen. Österreich verfügt über eine vielfältige Förderlandschaft, die weit über dieses eine Programm hinausreicht. Die Digitalisierungsförderung Österreich umfasst zahlreiche Instrumente, die Sie strategisch kombinieren können – solange Sie nicht dieselben Kosten mehrfach einreichen, was als verbotene Doppelförderung gilt. Der aws Fördermanager listet auf seiner Website sämtliche verfügbaren Programme samt Fristen und Förderquoten transparent auf. Vom FFG Innovationsscheck für Forschung und Entwicklung über regionale Wirtschaftsförderungen der Bundesländer bis hin zu EU-Programmen wie Horizon Europe – die Palette ist breiter, als die meisten Unternehmer ahnen. Ein niederösterreichischer Handwerksbetrieb profitiert möglicherweise stärker von der NÖ Wirtschaftsförderung als von einem Bundesprogramm. Prüfen Sie alle Optionen in Ruhe und holen Sie sich gegebenenfalls Unterstützung, um die für Sie optimale Kombination zu identifizieren.

Parallel dazu sollten Sie die digitale Transformation Ihres KMU aus eigener Kraft vorantreiben. Die Erfahrung zeigt: Unternehmen, die bereits vor der Förderung erste Schritte gegangen sind und eine durchdachte Strategie entwickelt haben, erhalten im Wettbewerb um Fördermittel fast immer den Zuschlag. Eine bestehende, wenn auch noch unvollkommene, digitale Infrastruktur signalisiert der Förderstelle Ernsthaftigkeit und Durchhaltevermögen. Beginnen Sie mit einer selbstfinanzierten Kurzberatung, optimieren Sie Ihre Website und investieren Sie in Ihre digitale Sichtbarkeit – eine solide B2B SEO-Strategie bringt Ihnen nicht nur mehr Kunden, sondern dokumentiert auch gegenüber Fördergebern, dass Sie Digitalisierung als strategische Priorität verstehen und nicht nur als einmaligen Zuschuss abhaken wollen.

Praxisbeispiel: Ein oberösterreichischer Zulieferbetrieb mit 23 Mitarbeitern wartete nicht auf den nächsten KMU.DIGITAL-Call, sondern nutzte die sechsmonatige Wartezeit, um seine interne Datenstruktur zu bereinigen, Mitarbeiterschulungen in digitalen Grundkompetenzen durchzuführen und ein detailliertes ERP-Lastenheft zu erstellen. Der Geschäftsführer erzählte mir später: „Wir haben die Zwangspause als Geschenk betrachtet. Als der Call endlich kam, waren wir die Einzigen, die sofort liefern konnten.“ Der Betrieb erhielt die Förderung innerhalb von drei Wochen, während die Konkurrenz noch mit der Beraterauswahl beschäftigt war.

Verfolgen Sie die offizielle Kommunikation der aws und der WKO kontinuierlich. Erfahrungsgemäß werden Budget-Nachdotierungen und neue Programmphasen mit kurzem Vorlauf angekündigt. Wer den Newsletter abonniert hat und die KMU.DIGITAL-Startseite regelmäßig prüft, erfährt es zuerst. Nutzen Sie auch Ihre Branchenvertretung – Wirtschaftskammer, Fachverband oder Innung –, die oft exklusive Informationen zu bevorstehenden Fördertöpfen haben. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt; die Frage ist nur, ob Sie in den Startlöchern stehen oder noch die Schnürsenkel binden.

Fazit: Jetzt vorbereiten, später durchstarten

Die Weichen für die digitale Zukunft Ihres Unternehmens stellen Sie nicht erst, wenn der nächste Fördercall öffnet – Sie stellen sie jetzt. Der temporäre Budgetstopp von KMU.DIGITAL 4.0 ist kein Grund zur Resignation, sondern ein strategisches Vorbereitungsfenster. Verstehen Sie die Förderlogik, identifizieren Sie Ihren Wunschberater, klären Sie Ihre internen Datenstrukturen und beobachten Sie die offiziellen Kanäle. Die Erfahrung zeigt: Wer antritt, sobald der Startschuss fällt, hat die Nase vorn.

Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit Förderstationen. Nutzen Sie die Zeit, um Ihr Geschäftsmodell zu hinterfragen, Ihre Prozesse zu dokumentieren und Ihre Mitarbeiter mitzunehmen. Diese Vorarbeit zahlt sich aus – nicht nur für den Förderantrag, sondern für den gesamten digitalen Reifeprozess Ihres Unternehmens. Wir unterstützen Sie gerne dabei, die richtige Strategie zu entwickeln und die passenden Fördertöpfe zu identifizieren. Nehmen Sie jetzt unverbindlich Kontakt auf, damit Sie beim nächsten KMU.DIGITAL-Fenster keine Sekunde verlieren.

Häufig gestellte Fragen

Ist KMU.DIGITAL aktuell beantragbar?

Nein. Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist laut offizieller Startseite vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist derzeit nicht möglich. Die zuständigen Stellen arbeiten jedoch an einer Neuauflage oder Nachdotierung, sodass mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten wieder Mittel zur Verfügung stehen werden. Unternehmen, die langfristig planen, sollten ihre Unterlagen jetzt vorbereiten und den Status auf der offiziellen Website im Auge behalten.

Muss ich zuerst eine Beratung machen, bevor ich die Umsetzungsförderung beantrage?

Ja, das ist zwingend erforderlich. Die Umsetzungsförderung setzt eine vollständig abgeschlossene und ausbezahlte Beratungsförderung voraus. Der Beratungsbericht ist das zentrale Dokument, auf das sich der Umsetzungsantrag inhaltlich und formal stützt. Ohne diesen Nachweis wird Ihr Antrag abgelehnt – es gibt keine Abkürzung an dieser Stelle, auch nicht für Unternehmen, die bereits über eine ausgeprägte digitale Infrastruktur verfügen.

Wo wird der Antrag gestellt?

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich digital über die KMU.DIGITAL-Einreichplattform beziehungsweise den aws Fördermanager. Sie registrieren sich einmalig mit Ihren Unternehmensdaten und wickeln sowohl den Beratungs- als auch den Umsetzungsantrag über dieses Portal ab. Eine postalische Einreichung ist nicht vorgesehen und führt zur Ablehnung. Die Plattform führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess und speichert Ihre Eingaben zwischen.

Wie hoch ist die Förderung?

Für die Standard-Beratungsförderung beträgt die maximale Förderhöhe 3.000 Euro pro Unternehmen. Für aktivierungspflichtige Neuinvestitionen im Rahmen der Umsetzungsförderung liegt die Obergrenze bei 6.000 Euro. In der Praxis bewegt sich die Förderquote bei etwa 30 Prozent des anrechenbaren Projektvolumens, das typischerweise zwischen 5.000 und 20.000 Euro liegt. Die konkreten Fördersummen entnehmen Sie dem aktuellen Programmleitfaden, sobald die nächste Phase offiziell startet.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen gemäß EU-Definition mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich. Das Unternehmen muss zum Zeitpunkt der Antragstellung weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro aufweisen. Zudem muss es wirtschaftlich leistungsfähig sein und den Eigenanteil aus eigener Kraft tragen können. Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind von der Förderung ausgeschlossen.

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