Stellen Sie sich vor, Sie führen ein mittelständisches Unternehmen in Graz. Ihr Marketing-Team präsentiert stolz einen ROAS von 800 % aus der letzten Google Ads Kampagne. Die Stimmung ist euphorisch – doch am Ende des Quartals zeigt die Bilanz trotzdem kaum Gewinn. Genau hier liegt das Problem: ROAS und ROI werden oft verwechselt oder falsch interpretiert. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die präzise Berechnung beider Kennzahlen und zeigt Ihnen anhand konkreter Hebel, wie Sie die Profitabilität Ihrer Online-Werbung nachhaltig steigern – mit besonderem Fokus auf ROAS berechnen Online Werbung und die strategische Abgrenzung zum Return on Investment.
ROAS vs. ROI: Die essenzielle Unterscheidung für Ihre Werbesteuerung
Die Verwirrung beginnt oft beim Begriff selbst. Der Return on Ad Spend, kurz ROAS, ist eine isolierte Messgröße, die ausschließlich das Verhältnis von erzieltem Umsatz zu den Kosten der Werbemaßnahmen abbildet. Der Return on Investment, kurz ROI, bezieht hingegen sämtliche Kosten und den tatsächlichen Gewinn mit ein. Diese Differenzierung ist nicht akademisch – sie entscheidet über Budgetfreigaben, Kampagnenoptimierungen und letztlich über das wirtschaftliche Überleben Ihrer Marketingaktivitäten.
Die gängige Definition, die sich auch in führenden Marketing-Glossaren findet, lautet: Der ROAS ist ein Teilbereich des ROI, der sich rein auf den Werbeumsatz konzentriert. Adobe bringt es auf den Punkt:
„Der ROAS zeigt, wie viel Umsatz euer Unternehmen mit jedem Dollar generiert, den es in Werbung investiert.“
Der ROI hingegen fragt: Was bleibt unterm Strich übrig, nachdem alle Kosten bezahlt sind? Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied greifbar: Sie schalten Google Ads für Ihren Onlineshop, investieren 1.000 Euro und erzielen damit 5.000 Euro Umsatz. Ihr ROAS beträgt 5:1 oder 500 %. Der CFO interessiert sich aber für den ROI. Denn vom Umsatz müssen Sie Wareneinsatz, Versand, Transaktionsgebühren, Agenturkosten und Ihre Personalkosten abziehen. Bleiben nur 300 Euro Gewinn, ist der ROI plötzlich mager – trotz eines scheinbar glänzenden ROAS.

In der Praxis sehen wir vor allem bei mittelständischen Betrieben in Österreich, dass eine Google Ads Einstiegsguide-Optimierung isoliert nach ROAS erfolgt. Das führt kurzfristig zu hohen Zahlen, blendet aber aus, dass die teuer eingekauften Produkte mit niedriger Marge den Deckungsbeitrag schmälern. Wer den ROAS zur alleinigen Steuerungsgröße macht, steuert sein Werbeschiff mit einem Kompass, der nur die halbe Wahrheit anzeigt. Ein Wiener Kunde aus dem Lebensmittelhandel etwa hatte über Monate einen ROAS von 600 %, doch als wir die Produktmargen gegenrechneten, zeigte sich: Er verdiente ausschließlich an drei Produkten, während der Rest defizitär durchlief. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist die Verbindung zur Deckungsbeitragsrechnung unverzichtbar.
ROAS berechnen: Die Formel und ihre versteckten Tücken
Die Grundformel für ROAS berechnen Online Werbung ist denkbar einfach:
ROAS = Erzielter Umsatz / Werbekosten (Ad Spend)
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Ein Salzburger Onlinehändler für Trachtenmode schaltet im August eine Kampagne mit 2.000 Euro Budget. Über die Kampagne werden Bestellungen im Wert von 6.000 Euro generiert. Der ROAS beträgt 6.000 / 2.000 = 3 oder 300 %. Auf den ersten Blick ein respektables Ergebnis. Doch hier greift die erste Tücke: Welcher Umsatz wird tatsächlich der Kampagne zugerechnet?
Die zweite, gravierendere Tücke offenbart sich bei der Definition der Werbekosten. Viele Anwender setzen fälschlicherweise nur die reinen Klickkosten an. Für eine seriöse Berechnung müssen weitere Kostenblöcke einbezogen werden: Agenturhonorare, Kosten für Creative-Erstellung, Lizenzen für Analyse-Tools, Landingpage-Optimierungen und Testbudgets. Gerade im B2B-Umfeld, wo oft mit kleineren Streuverlusten gearbeitet wird, können diese Zusatzkosten den ROAS um 20 bis 40 Prozent schmälern. Ein Industriezulieferer aus Oberösterreich, mit dem wir gearbeitet haben, war überrascht, als wir ihm vorrechneten, dass seine tatsächlichen Werbekosten fast doppelt so hoch lagen wie die reinen Klickkosten – einfach weil Agenturpauschalen, Bildlizenzen und Analytics-Tools nie eingepreist wurden.
Eine dritte, oft übersehene Komplexität betrifft den Break-even-ROAS. Diese Kennzahl gibt an, ab welchem ROAS-Wert eine Kampagne unter Berücksichtigung der Produktmarge gerade noch kostendeckend läuft. Die Formel dafür lautet:
Break-even-ROAS (in %) = 100 / Marge (in %)
Bei einer Marge von 40 Prozent benötigen Sie also einen ROAS von mindestens 250 % (100 / 40 = 2,5), um auf Null zu kommen. Liegt Ihr ROAS darunter, verbrennen Sie Geld – selbst wenn die Zahl auf dem Dashboard noch so positiv aussieht. Die Integration der Margenbetrachtung ist daher der entscheidende Schritt vom reinen Performance-Marketing zur betriebswirtschaftlich fundierten strategischen Beratung.
ROI korrekt ermitteln: Von der Werbeausgabe zum tatsächlichen Gewinn
Während der ROAS den Werbeerfolg an der Umsatzobergrenze misst, dringt der ROI zum Wesentlichen vor: zum Gewinn. Seine Formel lautet klassisch:
ROI = (Gewinn – Investitionskosten) / Investitionskosten × 100
Für den Online-Werbetreibenden bedeutet das: Sie müssen vom Kampagnenumsatz sämtliche Kosten abziehen, die mit der Leistungserstellung und Werbeauslieferung verbunden sind. Dazu zählen Wareneinsatz, Logistik, Retouren, Transaktionsgebühren, aber eben auch die bereits erwähnten Kreativ- und Agenturkosten. Erst dann erhalten Sie den tatsächlichen Deckungsbeitrag, den Sie ins Verhältnis zur Gesamtinvestition setzen.

Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Ein Wiener E-Commerce-Unternehmen verkauft Designmöbel. Eine Google-Shopping-Kampagne mit 5.000 Euro Ad Spend und 1.200 Euro Agenturkosten generiert 22.000 Euro Umsatz. Der Wareneinsatz beträgt 11.000 Euro, Versand und Retouren schlagen mit 1.800 Euro zu Buche. Der Rohertrag liegt also bei 22.000 – 11.000 – 1.800 = 9.200 Euro. Ziehen wir die Werbe- und Agenturkosten von insgesamt 6.200 Euro ab, verbleibt ein Nettogewinn von 3.000 Euro. Der ROI beträgt damit (3.000 / 6.200) × 100 = 48,4 %. Ein respektabler Wert, der jedoch weit von der verführerischen ROAS-Zahl von ca. 355 % entfernt ist – und genau das ist die ehrliche Kennzahl, mit der Sie Ihr Unternehmen steuern sollten.
Eine wertvolle Ergänzung zur ROI-Berechnung ist die Einbeziehung des Customer Lifetime Values (CLV). Gerade im B2B-Geschäft und bei abonnementbasierten Modellen ist der Erstkauf oft defizitär, während die Folgeaufträge profitabel sind. Wenn Sie den ROI nur auf den ersten Kauf beziehen, unterschätzen Sie den Wert Ihrer Werbeinvestition dramatisch. Eine solide Online Marketing Strategie berücksichtigt deshalb immer den CLV und bettet die Werbemaßnahmen in eine langfristige Kundenwertbetrachtung ein – ein zentraler Baustein nachhaltigen Wachstums.
Attribution und Messfehler: Wenn Ihr ROAS zur Fata Morgana wird
Die präzise ROAS berechnen Online Werbung erfordert eine lückenlose Messkette. Doch genau hier liegt das Nadelöhr, durch das viele Werbetreibende in die Irre geführt werden. Die Frage, welcher Umsatz tatsächlich auf eine bestimmte Kampagne zurückgeht, ist komplexer, als die Dashboards von Google und Meta es suggerieren. Shopify bringt das Problem auf den Punkt: Man müsse zuerst sauber bestimmen, welcher Umsatz tatsächlich auf die Kampagne zurückgeht – und das ist je nach Attributionsmodell völlig unterschiedlich beantwortbar.
Das größte Messproblem entsteht bei Kunden, die über mehrere Touchpoints konvertieren. Ein Interessent sieht Ihre Facebook-Anzeige, sucht drei Tage später auf Google nach Ihrem Markennamen, klickt auf eine Markenanzeige, öffnet Ihren Newsletter und bestellt schließlich über eine E-Mail-Kampagne. Welchem Kanal schreiben Sie den Umsatz zu? Die Standard-Einstellung „Letzter Klick" in vielen Tools weist den gesamten Erlös der E-Mail-Kampagne zu – doch ohne die Social-Media-Anzeige wäre der Kunde nie in den Trichter gelangt.
Ein weiterer Messfehler, der in österreichischen Unternehmen häufig vorkommt, ist die inkonsistente Erfassung von Offline-Conversions. Ein Grazer Autohaus bewirbt Probefahrten über Google Ads. Die tatsächlichen Verkäufe finden jedoch offline statt. Ohne ein durchgängiges Tracking – etwa über GCLIDs und CRM-Importe – misst die Kampagne nur die Klicks und Anfragen, nicht aber den realen Umsatz. Der ausgewiesene ROAS bleibt ein Torso. Abhilfe schafft hier die Integration von Offline-Conversion-Tracking und die saubere Verknüpfung mit dem Warenwirtschaftssystem.
| Modell | Umsatzzuweisung | ROAS-Effekt |
|---|---|---|
| Letzter Klick | 100 % auf letzten Touchpoint | Markenkampagnen oft überschätzt, Social unterschätzt |
| Erster Klick | 100 % auf ersten Touchpoint | Display und Social überbewertet, Markenkampagnen unterbewertet |
| Linear | Gleichverteilt auf alle Touchpoints | Glättung, aber keine echte Kausalität |
| Datengetrieben | Algorithmisch verteilt nach Beitragsleistung | Realistischste Abbildung, setzt genug Daten voraus |
Die Wahl des Attributionsmodells kann Ihren ROAS um Faktoren von 2 bis 5 verändern – ohne dass Sie einen einzigen Klick mehr generieren. Nutzen Sie diese Erkenntnis nicht zur Schönung der Zahlen, sondern zur präziseren Steuerung Ihrer Kanalinvestitionen. Ein Blick in die unterstützten Conversions Ihrer Meta Ads Manager-Kampagnen offenbart oft, dass Social Media die unsichtbare Vorarbeit leistet, für die dann andere Kanäle die Lorbeeren ernten.
Branchen-Benchmarks und ihre begrenzte Aussagekraft
Im Beratungsalltag ist die häufigste Frage: „Was ist ein guter ROAS?" Die Versuchung, sich mit branchenüblichen Benchmark-Werten zu vergleichen, ist groß. Ein ROAS von 300 % wird oft als solide, ein Wert von 800 % als herausragend empfunden. Doch diese Pauschalwerte, wie sie manche Plattformen verbreiten, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sie ignorieren die entscheidenden Stellschrauben: Ihre individuelle Marge, Ihre Kostenstruktur, Ihre Kanalzusammensetzung und den Reifegrad Ihrer Kampagnen.
Ein E-Commerce-Unternehmen mit Eigenproduktion und 70 Prozent Marge kann mit einem ROAS von 200 % hochprofitabel arbeiten. Ein Reseller mit 15 Prozent Marge benötigt dagegen mindestens einen ROAS von 670 %, um über den Break-even zu kommen. Vergleiche mit dem eigenen Lagerfeuer des Vorjahres sind daher wertvoller als externe Durchschnittswerte. Die wahre Meisterschaft zeigt sich in der Feinjustierung anhand Ihrer spezifischen Geschäftslogik – nicht im blinden Abgleich mit einer Branchenkennzahl, deren Zustandekommen Sie nicht kennen.
Wertvoller als starre Benchmarks ist ein dynamisches ROAS-Monitoring im Zeitverlauf. Achten Sie auf Trends: Sinkt der ROAS bei steigendem Werbevolumen, stoßen Sie an Sättigungsgrenzen. Zeigt sich ein saisonaler Rhythmus, können Sie Budgets vorausschauend verteilen. Und reagiert Ihr ROAS empfindlich auf bestimmte Wochentage oder Tageszeiten, bietet sich eine Gebotsoptimierung an. Solche Muster zu erkennen und zu nutzen, macht den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem exzellenten Kampagnenmanager aus. Adobe empfiehlt in diesem Zusammenhang, Benchmarks stets als relative Orientierung zu betrachten und sie regelmäßig an die eigene Margenentwicklung anzupassen.
Die Frage, ob Sie eher auf organischen oder bezahlten Traffic setzen sollten, lässt sich mit Benchmark-Daten allein ebenfalls nicht beantworten. Entscheidend ist, wie sich die Kostenstrukturen der Kanäle zu Ihren spezifischen Margen verhalten – und genau diese individuelle Rechnung ersetzen keine externen Durchschnittswerte.
ROAS und ROI systematisch verbessern: Die wirkungsvollsten Hebel
Nachdem Sie die Berechnungen verstanden und die Messfehler eliminiert haben, geht es an die aktive Optimierung. Die Verbesserung von ROAS und ROI ist kein Hexenwerk, sondern ein methodischer Prozess, der auf mehreren Ebenen ansetzt. Entscheidend ist, dass Sie nicht isoliert an einer Schraube drehen, sondern die wichtigsten Hebel im Zusammenspiel verstehen und orchestrieren.
Der erste und wirkungsvollste Hebel ist die Zielgruppenverfeinerung. Werbeanzeigen, die zu breit gestreut sind, verbrennen Budget an Nutzer, die niemals kaufen werden. Nutzen Sie Remarketing-Listen für frühere Website-Besucher, schließen Sie Kunden mit hohem Customer Lifetime Value in Lookalike-Audiences ein und verfeinern Sie Ihre Keywords in Google Ads durch negative Keywords. Eine Wiener Digitalagentur konnte den ROAS eines B2B-Kunden um 120 % steigern, allein durch die konsequente Bereinigung der Suchbegriffe und die Exklusion irrelevanter Anfragen. Der zweite zentrale Hebel sind Anzeigentexte und Creatives. Selbst die präziseste Zielgruppenauswahl verpufft, wenn die Botschaft nicht anspricht. Testen Sie systematisch verschiedene Headlines, Beschreibungstexte und visuelle Elemente. Was ein Bild in einer Sekunde vermittelt, kann Text oft nicht ersetzen, und umgekehrt. Ein kontinuierliches A/B-Testing mit klaren Hypothesen und statistisch signifikanten Laufzeiten gehört zur Basisdisziplin.
Der dritte Hebel greift auf der Landingpage. Selbst eine perfekte Kampagne scheitert, wenn die Zielseite den Erwartungen nicht entspricht. Achten Sie auf Übereinstimmung von Anzeigenversprechen und Seiteninhalt, reduzieren Sie Ladezeiten, optimieren Sie die Mobilansicht und gestalten Sie die Conversion-Elemente so reibungslos wie möglich. Die Conversion-Rate-Optimierung ist der stille Multiplikator hinter jedem ROAS: Eine Steigerung der Conversion-Rate von 2 auf 3 Prozent erhöht den ROAS bei gleichbleibenden Klickkosten um 50 Prozent. Der vierte Hebel betrifft die Gebotsstrategien. Moderne Algorithmen wie Target-ROAS in Google Ads oder Cost-Cap in Meta Ads können die Gebote in Echtzeit an die Conversion-Wahrscheinlichkeit anpassen. Doch blindes Vertrauen in die Automatisierung ist riskant. Definieren Sie klare Zielwerte, geben Sie den Systemen ausreichend Daten und kontrollieren Sie regelmäßig die Ausreißer. Gerade bei schwankenden Margen ist ein manuelles Eingreifen in die Gebotslogik oft sinnvoller als ein starrer Target-ROAS, der die Profitabilität nur unzureichend abbildet.
Ergänzend zu diesen vier Kernhebeln gibt es weitere Stellgrößen, die in der täglichen Praxis entscheidend sein können. Die regelmäßige Prüfung Ihrer Keyword-Liste und Suchbegriffe deckt ineffiziente Ausgaben auf, die sich über Wochen unbemerkt aufsummieren. Eine verschlankte Kampagnenstruktur verbessert die Datenqualität für die algorithmische Optimierung erheblich. Auch die konsequente Nutzung von Anzeigenerweiterungen steigert die Klickrate und senkt damit indirekt die Kosten pro Conversion. Nicht zuletzt hilft eine Saisonbereinigung Ihrer ROAS-Daten, Verzerrungen zu vermeiden und realistische Ziele zu setzen. Wer sich die Zeit für diese Detailarbeit nimmt, wird mit stetig steigenden Performance-Kennzahlen belohnt.
Die Rolle von Google Ads im Paid-Media-Mix und die strategische Verzahnung
Google Ads ist für die meisten österreichischen Unternehmen der zentrale Kanal im Performance Marketing – und damit der Dreh- und Angelpunkt der ROAS berechnen Online Werbung. Doch die Gefahr liegt darin, Google Ads isoliert zu betrachten. Die Customer Journey ist längst kanalübergreifend, und ein hoher ROAS bei Google-Suche kann teilweise durch eine Schwäche bei Social Ads erkauft sein – oder umgekehrt.
Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme, dass Social Media Strategie und Google Ads in Konkurrenz zueinander stehen. Untersuchungen zeigen, dass die Sichtbarkeit in beiden Bereichen sich gegenseitig verstärkt: Unternehmen, die sowohl in den organischen Suchergebnissen als auch mit Google Ads präsent sind, erzielen in der Summe mehr Klicks und einen höheren ROAS, als wenn sie nur auf einen Kanal setzen würden. Der Grund liegt in der gesteigerten Markenwahrnehmung und dem doppelten Touchpoint in der Entscheidungsphase. Während Google Ads oft die erntende Funktion am Ende der Customer Journey einnimmt, leisten Plattformen wie Facebook, Instagram oder LinkedIn die Sichtbarkeitsarbeit zu Beginn und in der Mitte. Wer beide Kanäle datenbasiert verzahnt, reduziert Streuverluste und maximiert den Gesamt-ROI.
Abschließend sei ein Blick auf die strategische Bedeutung des Break-even-ROAS als Steuerungsgröße geworfen. Wenn Sie in Google Ads einen Target-ROAS definieren, der ausschließlich auf vergangenheitsorientierten Umsatzwerten basiert, ignorieren Sie veränderte Margen, saisonale Effekte und Wettbewerbsdynamiken. Eine monatliche Neuberechnung des Break-even-ROAS und dessen Anpassung an aktuelle Geschäftszahlen ist keine Fleißaufgabe, sondern eine strategische Notwendigkeit. Damit schließen Sie den Kreis von der operativen ROAS-Berechnung zur betriebswirtschaftlich fundierten Unternehmenssteuerung – und machen Ihre Online-Werbung zu einem verlässlichen Profit Center, nicht zu einem undurchsichtigen Kostenblock.
Fazit: ROAS und ROI als Kompass – nicht als Ziel
Die präzise Berechnung von ROAS und ROI ist kein buchhalterischer Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Sie Ihre Werbebudgets dorthin lenken, wo sie echten Mehrwert schaffen – für Ihre Kunden und für Ihr Unternehmen. Der ROAS zeigt Ihnen, wie effizient Sie Umsatz generieren; der ROI verrät Ihnen, ob Sie dabei auch Geld verdienen. Beide Kennzahlen in ihrer Unterschiedlichkeit zu verstehen und in den Kontext Ihrer spezifischen Unternehmenssituation zu setzen, unterscheidet den erfolgreichen Werbetreibenden vom ratlosen Budgetverteiler.
Betrachten Sie ROAS und ROI als lebendige Steuerungsgrößen, die Sie kontinuierlich hinterfragen und anpassen. Überprüfen Sie Ihre Attributionsmodelle, rechnen Sie Ihre wahren Kosten sauber ein und optimieren Sie Ihre Kampagnen nicht auf eine isolierte Zahl, sondern auf den nachhaltigen Gewinn. Dann wird aus dem technischen Berechnen eine strategische Disziplin, die Ihr Unternehmen messbar voranbringt.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen ROAS und ROI?
Der ROAS (Return on Ad Spend) misst ausschließlich das Verhältnis von erzieltem Werbeumsatz zu den Werbeausgaben. Er ignoriert alle weiteren Kosten wie Wareneinsatz, Gemeinkosten oder Agenturhonorare. Der ROI (Return on Investment) hingegen bezieht den tatsächlichen Gewinn auf die gesamte Investition und liefert damit ein vollständiges Bild der Wirtschaftlichkeit. Ein ROAS von 500 % kann mit einem negativen ROI einhergehen, wenn die Margen niedrig und die Zusatzkosten hoch sind. In der Beratungspraxis erleben wir regelmäßig, dass Unternehmen monatelang auf hohe ROAS-Werte starren, während die Kontokorrentkredite steigen – ein klares Warnsignal, das nur die ROI-Perspektive sichtbar macht.
Ab wann ist eine Werbekampagne wirklich profitabel?
Eine Kampagne ist profitabel, wenn der ROI positiv ist – also der Gewinn nach Abzug aller Kosten die Investition übersteigt. Als Faustregel gilt: Berechnen Sie Ihren Break-even-ROAS mit der Formel 100 / Marge in Prozent. Bei einer Marge von 40 % müssen Sie mindestens einen ROAS von 250 % erzielen, um die Werbekosten und den Wareneinsatz zu decken. Erst darüber hinaus erwirtschaften Sie Gewinn. Denken Sie daran, auch indirekte Kosten wie Agenturleistungen und Tool-Lizenzen einzurechnen, denn diese werden in der Hitze des operativen Tagesgeschäfts gerne vergessen und machen den Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlicher Profitabilität aus.
Wie berechne ich den ROAS in Online-Werbung korrekt?
Die Grundformel lautet: ROAS = Erzielter Umsatz (aus der Werbemaßnahme) / Werbekosten (Ad Spend). Für eine korrekte Berechnung müssen Sie jedoch drei Dinge sicherstellen: Erstens, verwenden Sie ein realistisches Attributionsmodell, das den Umsatz nicht unverhältnismäßig einem einzelnen Touchpoint zuweist. Zweitens, beziehen Sie alle relevanten Werbekosten ein – also nicht nur die Klickkosten, sondern auch Agentur-, Creative- und Technologiekosten. Drittens, setzen Sie den ROAS ins Verhältnis zu Ihrer Marge, um die tatsächliche Profitabilität zu beurteilen. Ein reiner Blick auf den Werbeplattform-ROAS ohne diese drei Korrekturen führt fast immer zu einer Überschätzung der eigenen Performance.
Welche Benchmarks für ROAS sind in Österreich üblich?
Pauschale Benchmarks sind mit äußerster Vorsicht zu genießen, da die optimale Höhe des ROAS von Ihrer individuellen Marge, Ihren Kostenstrukturen und Ihren Geschäftszielen abhängt. Ein E-Commerce-Händler mit hoher Marge kann mit einem ROAS von 200 % profitabel sein, während ein Reseller mit nur 15 % Marge mindestens 670 % benötigt, um kostendeckend zu arbeiten. Vergleichen Sie sich daher bevorzugt mit Ihren eigenen Vorjahreswerten und analysieren Sie die Entwicklung im Zeitverlauf. Externe Benchmarks können allenfalls eine grobe Einordnung geben – Ihre eigene Gewinn- und Verlustrechnung ist der einzig relevante Maßstab. Die österreichische Unternehmenslandschaft mit ihrem hohen Anteil an Nischenanbietern und Qualitätsführern macht pauschale Branchenvergleiche ohnehin besonders irreführend.
Wie verbessere ich meinen ROAS bei Google Ads konkret?
Die wirksamsten Hebel sind eine präzise Zielgruppenauswahl, systematisches Creative-Testing, die Optimierung Ihrer Landingpages und eine durchdachte Gebotsstrategie. Beginnen Sie mit der Bereinigung Ihrer Suchbegriffe und dem systematischen Ausschluss irrelevanter Keywords. Testen Sie verschiedene Anzeigentexte und visuelle Elemente mit klaren Erfolgskennzahlen. Optimieren Sie die Zielseiten auf Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und eine lückenlose User Experience. Und wählen Sie eine Gebotsstrategie, die Ihre spezifische Margenstruktur berücksichtigt, anstatt blind einem vordefinierten Target-ROAS zu folgen. Die kontinuierliche Iteration über diese vier Hebel führt in der Regel zu einer spürbaren Steigerung der Performance – vorausgesetzt, Sie dokumentieren Ihre Tests und ziehen aus Fehlschlägen systematisch Lehren, statt hektisch die nächste Sau durchs Dorf zu treiben.
